Die "WELT" und die "WELT Kompakt" titeln heute nicht mit dem Papstbesuch in Amerika, der schwarz-grünen Einigung in Hamburg oder dem Flugzeugabsturz im Kongo. Hätte man aber erwarten können. Auch ein Leitartikel über die weltweite Hungerkrise durch steigende Lebensmittelpreise wäre denkbar gewesen. Hätte man aber eher nicht erwarten können. Die titeln mit einer zweiseitigen Werbeanzeige für einen Flachbildschirm und bedrängen einen schon in einem bei mir bis dato werbejungfräulichen Lebensbereich: dem morgendlichen S-Bahn-Kiosk Kaffee. Auch die Springer Presse könnte in unserer ach so schönen Demokratie ja Kontroll- und Informationsfunktionen übernehmen. Hat man ja eh nicht erwartet. Aber das eine so große Tageszeitung jetzt auch noch sein Titelblatt der Kommerzialisierung opfert, wer hätte das gedacht? Dann wünsche ich mir doch lieber Britneys schwangere Schwester auf Seite 1.
Benjamin Barber befürchtet in einem
Interview anscheinend zurecht die Ersetzung des "Bürgers" durch den "Käufer".