als ich heute morgen die vorhänge öffnete, erstrahlte links neben dem schieferdach ein sommersatter blauer himmel
zu viele tage habe ich damit verbracht pläne zu schmieden, was man denn so machen könnte wenn man allein vor der entscheidung steht im mittelpunkt europas die flucht aus dem alltag anzutreten.
der alltag im gewohnten sinne ist ja schon seit monaten über bord geworfen, und der neue alltag gibt eigentlich recht viel spielraum. von der vernunft getrieben fällt es häufig schwer einfach mal den tank vollzumachen und zu schauen was hier in der gegend an schönheit darauf wartet abgelichtet zu werden.
vielleicht war es meine schon mit staub bedeckte kamera, vielleich die bilder aus hamburg die immer noch auf der speicherkarte waren und doch unbedingt von bildern südeuropäischer landschaftsarchitektur vertrieben werden wollten (man weiss ja nicht wie schnell sich so eine speicherkarte an die gegend gewöhnt).aber der letzte morgen war so ein morgen an dem alles möglich schien.
nachdem ich das auto getankt hatte, verpflegung und die kamera auf dem beifahrersitz, die sonnenbrille im anschlag und die jacko-cd im spieler gab es für mich nur die entscheidung ob ich die salzburger autobahn, oder das grosse mächtige, bisher nur vom ehrfurchtslosen traumpaar werner/anna beschrittene "B" anpacken soll: den Brennerpass.
in diesem monent sang jacko gerade: if you wanna be startin something, you got to be starting something..
jacko hatte schon immer grossen einfluss auf mich gehabt.. ab zum brenner! durch ösiland vorbei an grandiosen panoramen ab richtung italien!
aber wohin in italien? der werner war mit seiner liebsten in so vielen städten und an so vielen orten, so viel zeit habe ich nicht. ich will italienische frauen sehen, espresso trinken und vielleicht das ein oder andere gebiet ablichten in dem der frühling schon so weit fortgeschritten ist , das man auf den bildern angst haben muss evtl. den sommer verpasst zu haben.
einach drauf los, die literatur im unterbewusstsein. freud wird dich lenken!
nachdem ich also am ösi-brenner-automat das erste mal 8 € bezahlt habe, um kurz darauf auf italienischer seite ein ticket zu ziehen was schon richtig teuer aussah, überprüfte ich vorsichtshalber ob ich die kreditkarte dabei habe. alles an bord und das wetter immerbesser werdend hielt ich an der ersten raststätte und trank zusammen mit ca. 5 anderen deutschen- die im konstrast zu meinem muckeligen fiesta alle mit mehr als 300PS unterwegs waren- einen espresso in der sonne..willkommen in italien.
zurück auf der bahn wechselte ich langsam das musikprogramm, und kam zufällig auf einen tiroler radiosender. ich musste lachenderweise mitsingen und überlegte, dass der lago di garda ein zu kleiner sprung sei,um mit gutem gewissen abends dem fiesta gute nacht sagen zu können, ohne in seinen scheinwerfern den jämmerliche blick zu sehen gerade mal kurz raus gekommen zu sein.ich weiss alter, ich will es ja auch. wir können auch 600 km fahren um zitronen in freier wildbahn zu sehen. das mit den zitronen hätte ich im gelben fiesta nicht zu laut sagen sagen sollen, ich glaube er sucht nach verwandten..und brachte es kurzzeitig auf 140! ich redete ihm gut zu, doch an die hohen spritpreise zu denken, und schaffte es ihn auf reisegeschwindigkeit zu drosseln.
so fuhr ich ein paar weiter stunden in kolone mit einem stuttgarter opel vectra, einem österreichischem bentley, und diversen bayern (hauptsächlich bmw`s) erstemal richtung modena.
landschaftmässig gab es einiges zu sehen.schon hinter kufstein ,durch das gesamte gebiet von südtirol sich ziehend: viele weinberge, alte verlassene häuser und dann und wann mal ein schloss oder herrenhaus auf einem berg am horizont. die bahn hat keine grossartigen steigungen, sodass man auch mit dem fiesta konstante geschwindigkeiten fahren kann. in meinem falle langsam genug um auch mal die landschaft zu fotografieren. nach einigen stunden südeuropäischen autobahnlebens hatte ich genug.. hey: rechts gehts nach "verona". die kulturelle hochburg verona,endlich mal eine arena sehen die den namen arena wirklich verdient, und italienische frauen und espresso gibt es dort garantiert auch
- das berlusconische mautsystem ist so eingerichtet, dass man am anfang der reise ein ticket zieht, und je nachdem wo man die autostrada verlässt dieses ticket gegen eine bezahlung einlösen muss. in meinem fall "brennero-verona =18€-
ein paar euros ärmer,aber in warmen gefilden parkte ich das auto direkt in der innenstadt vor der hauptdiensstelle der carabinieri, und ging zu fuss in richtung innenstadt.
um sicher zu gehen dass ich mich nicht verlaufe holte ich in einem *****hotel eine din a3 stadtkarte (anstelle eines stadtplans für viel geld) und markierte das auto. so ging es dann einen entspannten nachmittag durch das 25grad warme verona, und nach ca. 3 std wieder zurück in richtung auto.
eine schöne stadt, gerade und verwinkelt zugleich. viele plazas, viele jetzt schon mächtig zugewuchwucherte alleen.erblühende bäume. überall jugendliche auf rollern, und frauen die nach einem ort suchen wo man geld stilvoll ausgeben kann. die touristen sind lästiger beigeschmack, die asiatischen weltendokumentisten abends wieder weg. und die arena bleibt auch noch ein paar jahrhunderte. so geht dann langsam das wochenende seinen gang.
ich mache mich auch wieder auf den weg, halte noch an einem supermarkt um den weltbesten espresso "mauro" zu kaufen und freue mich über das wenig geld, das ich vergleichsweise zu zahlen hatte.
auf dem heimweg geht die sonne hinter den bergen unter, im radio läuft house-musik und ich bin froh in ein paar stunden zurück in bayern zu sein. hier sagt man sich, sei die welt noch in ordnung.
morgen werde ich den espresso aufkochen und an italien denken, er wird gut schmecken und ich werde mich freuen dass ich in italien war.ich kann es kaum erwarten wieder richtung süden zu fahren...